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Unser täglich Brot

Sonntag, den 16.11.14

Brot, seit frühgeschichtlicher Zeit der Menschen Nahrung, Grund für Sesshaftwerdung, den Ackerbau, die entstehenden Zivilisationen. Brot, von Gott gegebene Speise den Israeliten in der Wüste. Das Brot brechen. Brot teilen. Nahrung teilen. Leben teilen.

Brot, seit frühgeschichtlicher Zeit der Menschen Nahrung, Grund für Sesshaftwerdung, den Ackerbau, die entstehenden Zivilisationen.
Brot, von Gott gegebene Speise den Israeliten in der Wüste.
Das Brot brechen. Brot teilen. Nahrung teilen. Leben teilen.

Das ursprünglichste unserer Lebens-Mittel.
Mittel zum Leben.

Anfangs nur ein Brei aus gemahlenem Getreide, dann auf heißem Stein gebackene Fladen, noch ungesäuert. Es folgten erste einfache Öfen, um rundherum zu erhitzen; ein einfacher Topf nur, der über den Fladen gestülpt wurde.
Übriger Teig entwickelte spontane Gärungen, mehr Geschmack und bessere Bekömmlichkeit wurden auf diese Weise zufällig gefunden und verbessert.
Über Jahrtausende entstanden auf diese Weise in der alten Welt Kulturen, die so entscheidend mit der Entwicklung der Menschheit verknüpft sind, wie keine anderen.
Zumindest, welche die Ernährung betreffen.

Mitteleuropa wurde entwaldet, umgepflügt, besät.
Wo Korn wuchs, war Hunger fern.

Deutschland, du Brotland!
In keinem Land der Welt entstanden mehr Brotsorten als hier.
Weizen und Gerste, Roggen und Hafer.

[bild1]

3. Jahrtausend nun.
Unendliche Jahre der Kultur fallen den Backshops zum Opfer.
Den Discountern, den Backmischungsherstellern, der Industrie, den Lobbyisten, den Innungen, dem Preiswahn, dem Geiz.
Und dem Verbraucher.
In der Erwartung, dass Brot immer verfügbar, immer in gleicher Qualität und immer billig sein muss, sind die Regale der Supermarktshops bis nachts gefüllt.
Backwaren: Lebensmittel, die Stunden später schon im Müll landen.

Daneben der Dorfbäcker, früh steht er auf, knetet Teige, walkt und schleift, nimmt sich Zeit, gibt seinem Handwerk Zeit - Zeit, die der Geschmack braucht und die Krume und die Kruste. Ungleich werden sie, seine Schätze, denn mal ist das Mehl anders, mal das Wetter. Mal geht sein Schnitt nach links und mal nach rechts. Mal reißt sein Brot ein wenig an der Seite ein, mal unten, mal oben. Unregelmäßig kann die Krume sein, Marmelade rutscht.
Und bei Nebel schmilzt das Salz auf der Bretzel.
Da steht er dann, Mehl auf der Nasenspitze und hinter den Ohren und verkauft uns eine Semmel für 30 Cent und ein Brot für zweifuffzig und wir beschweren uns, dass seine Arbeit schon wieder so viel teurer geworden ist.
Und dass das Weizenmisch um 16:00 ausverkauft ist und überhaupt, wieso hat er denn das Eiweißbrot nicht mit der bunten Banderole, für das überall so geworben wird?
"Weil ich ein Bäcker bin", sagt er vielleicht noch.
Mit seinem letztem Atemzug. Weil er seinen Laden schließen muss. Weil er mit der Menge an industriell Hergestelltem nicht mehr mithalten kann. Weil er versucht hat, anständig zu bleiben und weil er nicht backen wollte, um es am Ende des Tages in den Müll zu werfen.
Weil er noch wusste, dass sein Teig ein Lebewesen ist. Das Liebe braucht und Liebe schenkt. Das uns am Leben hält und das wir miteinander teilen.

Dörfer ohne Bäcker.
Keine Zukunftsmusik, wir sind schon so weit.

Die Brotbackkurse in Kochschulen und Volkhochschulen erhalten Zulauf, Menschen wollen wieder Brot. Richtiges Brot.
Doch ist das der Ausweg?
Sollen nicht lieber die, dich noch oder wieder Wert auf handwerklich hergestelltes, der Tradition verpflichtetes Brot legen, dem Handwerker seine Kunst bezahlen?
Wer kann, kauft Brot.
Selbst backen ist nur der letzte Ausweg.

[bild2]

Brotsorten von der Fasanenbäckerei:
Handwerkskunst, vom Staub befreit.