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Apfelliebe

Donnerstag, den 11.09.14

So wird nun also das erste, das Sie von mir lesen, ein Liebesbekenntnis sein: Oh Apfel Du, mein täglich Glück!

So wird nun also das erste, das Sie von mir lesen, ein Liebesbekenntnis sein:
Oh Apfel Du, mein täglich Glück!
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Nur wenige Wochen musste ich dieses Jahr auf ihn verzichten, finden doch glücklicherweise alte Wintersorten wieder Liebhaber und verkaufen diese lagerfähigen Früchte bis weit ins Frühjahr. Im Juli schon die ersten Frühsorten, der Klarapfel, der nach Oma riecht und grünem Gras und ganz gewiss sofort verspeist werden muss, der nicht gelagert werden will.
So begleiten uns die vielen Sorten schon Jahrtausende durchs Jahr, beschenken mit unzähligen nektarreichen Blüten die Bienen im Frühling und später die Menschen mit köstlichen Fruchtfleisch. Saftig, durstlöschend, nahrhaft, vitaminreich und in wunderbarer geschmacklicher Vielfalt.
Saft pressen wir aus ihm, rühren Gelees und keltern Wein.
Legenden und Märchen ranken sich um ihn und so verwurzelt in der westlichen Kultur ist er, dass wir wie selbstverständlich ihm die Rolle der verbotenen Frucht der Erkenntnis zuschreiben.
Als Reichssymbol, Symbol der Macht, Symbol der ganzen Welt gar galt er. Fruchtbarkeit, Weiblichkeit und ewige Jugend verkörpert er gelassen und natürlich ist es der Apfel, dem wir die Lehre von der Gravitation verdanken und nicht die Birne.

Verdient er diesen Ruhm auch wirklich?
"One apple a day keeps the doctor away", sagt man in England.
Was ist dran am Sprichwort?
Eine Zusammenfassung bisheriger Apfelstudien, veröffentlich auf der Webseite der US National Library of Medicine aus dem Jahr 2011 zeigt auf, dass Äpfel und Apfelprodukte umfassende positive Eigenschaften auf unseren Körper haben. So sollen die in Äpfeln in hohem Maße vorhandenen Antioxidantien nicht nur die Ausbreitung von Krebszellen verhindern, sondern sich auch auf den Cholesterin- und Blutfettwert auswirken. Weiterhin berichten die Forscher, dass sich der Verzehr von Äpfeln positiv auf Herz-Kreislauf-System , gegen Asthma und sogar Alzheimer auswirke.
Nun, das klingt doch eindeutig!

Doch was ist los in Apfelland?
Von einst weltweit vielen tausend Apfelsorten finden nur noch wenige den Weg in die Marktregale. Auch der Apfel ist ein globales Konsumprodukt geworden und nur Sorten mit günstigen Eigenschaften für Lagerung und Vertrieb sind interessant für die weltweite Vermarktung.
Wie viele Sorten kennt man als Verbraucher denn noch? Red und Golden Delicious, Jonagold, Gala, Granny Smith ... bei Cox Orange und Boskop wird es schon eng. Dazu kommen die sogenannten Clubsorten, die nur von einer begrenzten Händlerschaft unter diesem Namen vertrieben werden dürfen. Der bekannteste darunter dürfte der - wahrlich saftig-leckere - "Pink Lady" sein.
Bedenkt man, dass es in Deutschland auch heute noch weit über tausend Sorten gibt, ist die Auswahl im Handel doch sehr begrenzt. Und damit die Vielfalt für uns an Geschmack und regionaler, jahreszeitlicher Verfügbarkeit.
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Und so sitze ich nun hier, einen Apfel unbekannten Namens in der Hand, ein wenig unförmig ist er und weil auch er die Gravitation erfahren durfte mit einer angeschlagenen Wunde versehen, und ich schmecke Zimt und Vanille, nur kurz zuckt die Zunge vor Säure und wird vom Zucker gleich wieder besänftigt, und ich fühle mich zurückversetzt in die Astgabel in Omas Apfelbaum, wo ich im lichten Blätterschatten Ameisen zähmte und dem Paradies so nahe war.

Heike von Au - Architektin und Foodbloggerin - kocht, fotografiert und schreibt sich mit eigenwilligem Stil auf Monitore und Teller ihrer Leser.