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Frische, die ankommt!


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Aus der Konserve

Sonntag, den 25.01.15

Wer mich und meinen Umgang mit Lebensmitteln verfolgt, stellt schnell fest, dass ich niemals Fertig-oder Halbfertigprodukte verwende. Mehr noch: Sobald mir die Gelegenheit geboten wird, wettere ich vehement dagegen, starte regelrechte Predigten

Wer mich und meinen Umgang mit Lebensmitteln verfolgt, stellt schnell fest, dass ich niemals Fertig-oder Halbfertigprodukte verwende. Mehr noch: Sobald mir die Gelegenheit geboten wird, wettere ich vehement dagegen, starte regelrechte Predigten dagegen und werde in den Augen meines Gegenübers zur Furie.
Fertigprodukte, die Ausgeburt des Teufels!
Da mache ich auch keinen Unterschied, ob ein Bio-Label oder "vegan" auf der Verpackung prankt:
Fertigprodukte werden von Industriekonzernen hergestellt, denen nicht unser Wohl, sondern ihr Gewinn im Vordergrund steht. Fertigprodukte produzieren Müll, schmecken furchtbar, führen zum Verlust der Kochkultur und des Geschmacksinns.
Fertigprodukte werden den kleinsten schon vorgesetzt mit Babymilchpulver und Gläschenkost. Da schon wird die Grundlage für den verkorksten Geschmack des späteren großen Menschen gelegt:
Zu viel Zucker, Einheitsgeschmack und die Verwahrlosung der Zunge.

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Wer mich und meinen Umgang mit Lebensmitteln also verfolgt, sieht frisch gekochte Gerichte, bunt, mit viel farbigem Gemüse, mal aufwändig und mal einfach. Man liest von mir, dass jedes Kind Gemüse mag, wenn es frühzeitig daran gewöhnt wurde und gebe den Müttern die Schuld an verkorksten Essgewohnheiten.
Denn ist es nicht so?
Haben nicht schon immer alle Freundeskinder bei mir Gemüse gegessen, die zuhause als Verweigerer galten?

Und dann kommt der Winter, noch schlimmer: der späte Winter.
Frisches Gemüse?
Die Vorräte an Wintergemüse gehen zur Neige, Kartoffeln und Karotten hauchen den letzten Atem, werden schrumpelig, unansehnlich. Die Ideen gehen aus nach vielen Wochen des Verzichts auf frische Tomaten, den Wurzelgemüse-Eintöpfen, den Sellerie-Schnitzeln und Rahmrosenkohls.
Sauregurkenzeit.

Dann - der Griff zu Tiefkühlerbsen.
Endlich wieder grüngrüngrün auf dem Teller!
Ein Foto von Pasta mit Erbsen landet auf Facebook.

"HAH!" ruft die erste.
"Wusst ich's doch!", springt die zweite ins Boot.
"Scheinheiligkeit!" wird noch gerufen, bevor der Shitstorm endgültig ins Rollen kommt.
Ein Sturm der Entrüstung brandet auf, ein Meer erhobener Zeigefinger schiebt sich mir entgegen, und schnatternde Möwen umkreisen mich mit stupidem "Hier!", "Hier!" "Hier!".


Zuerst erschrocken, fange ich hysterisch an zu lachen.
Wirklich?
Ist es wirklich so weit, dass Menschen Fertigprodukte von konservierten Produkten nicht mehr unterscheiden können?

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Konserven:
Eingekochtes, Gesalzenes, Geöltes.
Gemüse, Obst, Fleisch.
Ein probates Mittel seit so langer Zeit, um in unseren Breiten die Wintermonate gut zu überstehen.
Dazu seit Jahrzehnten auch Tiefgekühltes für den Heimbedarf.
Wie unterscheiden sie sich von den industriell hergestellten Fertigprodukten?
Muss man diese Frage wirklich stellen?

Sprachlos noch am Tag danach, gehe ich wieder in die Küche.
Habe wunderbar aromatische Tomaten, getrocknet zur besten Zeit des Jahres, eingelegt wie auch die Anchovis in Öl.
Oliven dazu, fermentiert.
Geschmackswunder, auf wunderbare Weise von Menschen haltbar gemacht zur Verwendung dann, wenn uns sonst kaum was bleibt.

Nur wenige Minuten dauert es, diese Zutaten zu schneiden, derweil die getrockneten -konservierten- Nudeln im Wasser garen.
Kein Salz ist nötig, kein sonstiges Gewürz.

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Nebenan in diesem anderen Internet wird immer noch geröchelt.
Wir setzen uns an den Tisch, reiben haltbar gemachte Milch voller Umami über unsere Spaghetti und sind dankbar denen, die uns solch Genuss beschert haben.


Rezept für vier:
1 Glas getrocknete, in Olivenöl eingelegte Tomaten
2 Sardellenfilets
5-10 fermentierte Oliven

Alles zusammen mit dem Messer klein schneiden.
Die heißen Spaghetti damit vermischen, dabei vom Öl der Tomaten und Anchovis dazu geben.
Mit Käseraspeln bestreuen.